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Beispiele aus der Praxis


I.  Behr Industry GmbH
II: Getriebewerk Pirna GmbH



Behr Industry GmbH – Praxispartner für Schulen im Vogtlandkreis

Interview vom 30. März 2010 mit Wolfgang Mädler, Leiter Ausbildung bei Behr Industry Reichenbach/Vogtland GmbH

Wie wurden Sie auf den Berufswahlpass aufmerksam gemacht?
Der Berufswahlpass wurde mir Anfang 2007 auf einem Treffen des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Vogtland vorgestellt. Das Landratsamt Vogtlandkreis informierte über die Förderung des Berufswahlpasses an vogtländischen Förder- und Mittelschulen. Das hat mein Interesse geweckt.

Kooperieren Sie neben dem Goethe-Gymnasium in Reichenbach mit weiteren Schulen?
Ja, dazu zählen u.a. die Weinhold-Mittelschule Reichenbach, Mittelschule Netzschkau, Mittelschule Neumark und die Seminar-Mittelschule Auerbach. In den meisten Fällen besteht die Zusammenarbeit schon seit mehreren Jahren, also schon vor Einführung des Berufswahlpasses im Schuljahr 2006/2007. Mit allen Schulen ist eine Kooperationsvereinbarung geschlossen bzw. in Vorbereitung.

Wie kam der Kontakt mit den Schulen zustande?
Das war ein gegenseitiges aufeinander zugehen. Und dann ist unser Unternehmen u.a. durch die Leitung des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft im Vogtlandkreis bekannt.

Welche konkreten Angebote bietet die Firma Behr Industry?
Wir unterstützen Schulen durch vielfältige Angebote und Projekte zur Berufs- und Studienorientierung. Das umfasst die ganze Bandbreite, angefangen bei schulspezifischen Veranstaltungen wie z.B. Tage der offenen Tür, auch Betriebsbesichtigungen, Bereitstellung von Praktikumsplätzen bis hin zur Mitwirkung an überregionalen Veranstaltungen wie der „Tag der Bildung“, verschiedene Berufs- und Studienorientierungsmessen und auch die Woche der offenen Unternehmen.

Bilden Sie in Ihrem Unternehmen aus?
Ja und zwar Industriemechaniker/in, Mechatroniker/in, Industriekaufleute und nach Absprache Maschinen- und Anlagenführer/in. Außerdem sind wir Praxispartner für BA-Studiengänge. Dazu zählen Technisches Management (BA Plauen), Industrie (BA Breitenbrunn) und Produktionstechnik (BA Glauchau).
Aktuell haben wir insgesamt 34 Auszubildende und BA-Studenten an den Standorten in Reichenbach und Mylau.

Worin sehen Sie die Vorteile in der Arbeit mit dem Berufswahlpass?
Ich denke, durch die Anwendung des Berufswahlpasses werden Impulse gegeben, dass sich der Schüler mit dem Thema Berufs- und Studienorientierung auseinander setzt. Er ist ideal als Ordnungsmittel – nicht nur für den Schüler, sondern auch für die Schule. In komprimierter Form gibt der Berufswahlpass konkrete Aussagen über den Berufs- bzw. Studienorientierungsprozess des Schülers und macht diesen nachvollziehbar. Und als Unternehmen kann man z.B. erkennen, ob der Schüler Interesse am konkreten Beruf bzw. Studiengang zeigt. Das ist schon ein Vorteil.

Werden Sie den Berufswahlpass im Bewerbungsprozess nutzen?
Wenn der Schüler seinen Berufswahlpass zum Bewerbungsgespräch mitbringen will, dann kann er das gern machen. Wir wollen das aber nicht als Verpflichtung festlegen. Vielmehr sollte der Schüler den Pass zur Vorbereitung auf das Gespräch nutzen und selbst entscheiden, was er zeigen möchte. Damit kann er seine Bewerbung und die Gründe dafür noch besser deutlich machen. Wir wollen uns ja im Vorstellungsgespräch ein möglichst aussagekräftiges Bild vom Bewerber machen, um zu sehen, ob er ins Unternehmen passt. Der Berufswahlpass kann da eine gute Unterstützung sein.



Getriebewerk Pirna GmbH und Pestalozzi-Mittelschule Pirna - Partner auf dem Weg in die Zukunft -


Interview mit Beate Böhmer, Getriebewerk Pirna GmbH 11. März 2010

Wie lange besteht die Kooperation zwischen Ihren Unternehmen und der Pestalozzi-Mittelschule Pirna?
Seit dem Schuljahr 2009/2010. Aber erste Gespräche fanden bereits vorher statt.

Wie kam der Kontakt mit der Schule zustande?
Die Schule ist auf uns zugekommen. Der dort zuständige Lehrer für Berufsorientierung rief unseren Geschäftsführer Herrn Uwe Hoof an und fragte, ob wir Interesse an einer Kooperation haben. Und da für unser Unternehmen die Ausbildung von Lehrlingen sehr wichtig ist, haben wir diese Chance gleich ergriffen.

Existiert eine Kooperationsvereinbarung zwischen Ihrem Unternehmen und der Mittelschule?
Ja, die Basis unserer Zusammenarbeit ist eine Vereinbarung zwischen uns und der Schule, in der festgelegt wurde, dass wir die Berufswahlpässe für die Klassenstufe 7 fördern. Das tun wir gemeinsam mit drei weiteren Unternehmen aus der Region Pirna.

Kannten Sie den Berufswahlpass bereits vorher?
Nein. Wir haben den Berufswahlpass erst durch die Schule kennen gelernt, waren aber gleich überzeugt.

Was überzeugte Sie dabei besonders?
Wie ich schon sagte, sind gut ausgebildete Lehrlinge für unser Unternehmen sehr wichtig, schließlich sind rund 10 Prozent unserer Angestellten Auszubildende. Für uns ist entscheidend, dass die Jugendlichen so früh wie möglich die Chance haben, unsere Branche und mögliche Berufe und Ausbildungen kennen zu lernen. Und am besten ist das möglich, wenn Schülerinnen und Schüler frühzeitig unser Unternehmen kennen lernen und zugleich die Chance haben, sich selbst auszuprobieren.

Welche Ausbildungsberufe bietet Ihr Unternehmen an?
Zum Beispiel Zerspanungsfacharbeiter, Werkzeug-mechaniker, Mechatroniker aber auch Industriekauffrau.


Getriebewerk Pirna

Durch die Kooperation mit der Schule bietet sich für uns die Gelegenheit, über Jahre hinweg mit Jugendlichen zusammenzuarbeiten. Unser Ziel ist es natürlich, dass wir interessierten und geeigneten Schülerinnen und Schülern eine Ausbildungsstelle anbieten können und sie auch später übernehmen.

In welcher Form nutzen Sie als Unternehmen den Berufswahlpass?
Durch die Förderung der Berufswahlpässe hat sich unsere ohnehin schon gute Beziehung zur Mittelschule Pirna noch verstärkt.
In den Pässen der Schüler sind unsere Angebote bestens aufgehoben: Wir bieten Praktika in unserem Unternehmen an und stellen Ausbildungsberufe vor. Dadurch können wir auf unsere Branche aufmerksam machen und zugleich die hohen Anforderungen für diese Ausbildungsberufe vorstellen, die normalerweise nicht gleich im Fokus der Schüler sind. Später werden wir auch unser Angebot in den Elternabenden vorstellen oder Exkursionen für Schulklassen anbieten.

Worin sehen Sie konkrete Vorteile für Schüler durch die Arbeit mit dem Berufswahlpass?
Ich denke, der Pass kann Schülern schon früh dabei helfen, sich in der Arbeitswelt zurechtzufinden.
Schon heute bitten wir Schüler, die sich bei uns für ein Praktikum oder eine Lehrstelle vorstellen, ihren Berufswahlpass mitzubringen. In den Gesprächen können sie sich so besser und sicherer präsentieren. Normalerweise können wir nur die Noten auf den Zeugnissen nachfragen. Der Pass vermittelt jedoch ein rundes Bild: angefangen von den ersten Interessen und Stärken ab Klasse 7 bis hin zu den Aktivitäten, praktischen Erfahrungen und erlernten Kenntnissen und Fähigkeiten.